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Europa-Themen, Networking und viel Marzipan: Volles Haus zur „Advoselect“-Frühjahrstagung in Lübeck

Während in manchen Ländern Europas über nationale Abschottung nachgedacht wird, setzen die Mitgliedskanzleien des europaweiten Netzwerks „Advoselect“ weiter klar auf eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das wurde auf dem „Advoselect“-Frühjahrstreffen deutlich, das in diesem Jahr in Lübeck stattfand. „Viele Unternehmer erwarten heute zurecht von ihren Anwälten, dass sie einerseits die Wirtschaft vor Ort mit ihren lokalen Besonderheiten bestens kennen, andererseits aber auch bei grenzüberschreitenden Fragestellungen schnell und kompetent helfen können – mit international anwendbarem Wissen und exzellenten internationalen Kontakten“, so Advoselect-Vorstand Viktoria Maruschka. Über beides verfügen die mehr als 250 Wirtschaftsanwälte, die Mitglieder im europaweiten, deutschsprachigen Netzwerk „Advoselect“ sind.

 

Beim diesjährigen Frühjahrstreffen standen – neben der für Europa  richtungsweisenden Wahl in Frankreich – wieder zahlreiche aktuelle Fragen der internationalen Rechtsberatung im Vordergrund, die bei reichlich Kaffee und Lübecker Marzipan vertiefend diskutiert wurden. Ein Schwerpunktthema waren mögliche Garantien für Verträge im internationalen Rechtsverkehr. Mario Dusi von der Mailänder Mitgliedskanzlei DusiLaw und Stephen Morrall von der Londoner Mitgliedskanzlei Hunters konnten als Referenten gewonnen werden. Die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union stand ebenfalls auf der Agenda, hier steuerte die „Advoselect“-Mitgliedskanzlei Heffels Spiegeler aus den Niederlanden einen Vortrag bei. Zu weiteren Themen in den Fachausschüssen zählten beispielsweise die brandaktuelle Reform des Insolvenzanfechtungsgesetzes und Fragen des internationalen Immobilien- und Baurechts.

Auch hochkarätige externe Referenten konnte das Netzwerk für die dreitägige Tagung wieder gewinnen. Prof. Dr. Michael Fischer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg analysierte in seinem Referat aktuelle Probleme bei Personengesellschaften an der Schnittstelle von Steuer- und Gesellschaftsrecht. Olaf Möllenkamp, Vorsitzender Richter am Arbeitsgericht Lübeck, informierte ganz aktuell zu Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsrechts, die zum 01.04.2017 in Kraft getreten sind. Wertvolle Impulse zum gezielten Networking gab zudem die Rechtsanwältin Dr. Annette Hartung aus Frankfurt am Main, die sich als freiberufliche Beraterin auf strategische Kanzleientwicklung spezialisiert hat. Einen neuen, innovativen Service im Bereich der Rechtsberatung stellte zudem die norddeutsche Mitgliedskanzlei EHLER ERMER & PARTNER vor: Mit dem EEP-Vertragsgenerator können Mitarbeiterverträge auf dem jeweils neuesten Stand rechtssicher, zeitsparend und anwenderfreundlich erstellt werden. In der abschließenden Gesellschafterversammlung der Advoselect EWIV und Hauptversammlung der Advoselect Service-AG wurde der Aufsichtsrat wiedergewählt. Mehr als 60 europäische Anwälte nahmen insgesamt an der dreitägigen Veranstaltung teil.   

Wie internationale Zusammenarbeit über das Netzwerk „Advoselect“ ganz praktisch aussieht, zeigte die in Lübeck gastgebende Kanzlei EHLER ERMER & PARTNER, als sie in der Marketingsitzung ihr Blog-Angebot „EEP bloggt“ vorstellte und daraus ein aktuelles Video-Interview mit dem Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt zeigte. Beim Wechsel von Trainer Ljubomir Vranjes nach Ungarn hatte es der Handball-Bundesligist mit schwierigen Vertragsmodalitäten zu tun. Die Kanzlei EEP, seit mehr als 25 Jahren Partner des Vereins, schaltete über „Advoselect“ auch die Préda Anwaltskanzlei in Budapest ein, um den Fall gemeinsam zu bearbeiten. Mit Erfolg: „Ohne EEP hätten wir den Wechsel in dieser Form mit dieser Komplexität nicht umsetzen können“, lobte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke im Blog-Interview die Zusammenarbeit. Der Fall zeigt, welch hohen Stellenwert eine gute internationale Vernetzung in der Rechtsberatung hat und wie nicht nur Kanzleien, sondern vor allem Mandanten nachhaltig davon profitieren können.

 

„BREXIT“ TOP-THEMA BEI HERBSTTAGUNG IN LONDON 

Kaum ein Thema ist im vergangenen Jahr unter Wirtschaftsanwälten in Europa so heiß diskutiert worden wie der „Brexit“. Welche Folgen wird der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens im Wirtschaftsrecht haben? In welchen Bereichen werden Neuregelungen erforderlich sein und wie könnten diese aussehen? Und was ist Mandanten, die Wirtschaftsbeziehungen nach Großbritannien pflegen, jetzt anzuraten, um sich bestmöglich vorzubereiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Herbsttreffens der Advoselect-Gruppe, das zum Thema passend in London stattfand.

Die größten Auswirkungen für Unternehmen wird es voraussichtlich in den Bereichen Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht und Markenschutzrecht geben. Vertreter der Londoner Mitgliedskanzlei Hunters gaben den 60 Konferenzteilnehmern aus 25 Ländern einen Überblick über die wichtigsten Problemfelder, unter anderem ging es dabei um Fragen zur Arbeitnehmerfreizügigkeit, zur Niederlassungsfreiheit und zur Zukunft der bisherigen Unionsmarken.

Auch die Digitalisierung des Anwaltsmarktes zählte zu den Themen der Herbsttagung. Die Mitgliedskanzlei Ehler Ermer & Partner aus Schleswig-Holstein stellte in diesem Zusammenhang ein interessantes Projekt zu einer „Arbeitsvertragsbox“ im Internet vor. Im Fachausschuss Internationales Bau- und Immobilienrecht wurde eine Vortragsreihe rund um den Immobilienkauf in den Mitgliedsländern fortgesetzt, zu der Advoselect in Kürze auch eine Broschüre mit den gesammelten Informationen plant. Im Fachausschuss Internationaler Rechtsverkehr startete eine neue Vortragsreihe zur Vorsatzanfechtung im internationalen Vergleich.

Im besonderen Ambiente der Wirtschaftsmetropole London nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich umfassend auszutauschen, persönliche Kontakte zu Fachkollegen im In- und Ausland zu vertiefen und gemeinsam ein besonderes Jubiläum gebührend zu feiern: das 25jährige Bestehen des Netzwerks Advoselect.


GESELLSCHAFTERVERSAMMLUNG FRÜHJAHR 2016 IN BERLIN

Aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung im Bereich der Rechtsberatung und die vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, waren ein Kernthema der Frühjahrstagung von Advoselect, die im April in Berlin stattfand. Im Mittelpunkt stand dabei unter anderem die Frage, wie Anwaltskanzleien den Prozess einer exzellenten Beratung und Begleitung von Mandanten mittels modernster Technologien und Konzepte ständig weiterentwickeln können, um ihr Leistungsspektrum kontinuierlich zu erweitern und ihren Mandanten besondere Mehrwerte bieten zu können. Zu den Referenten zählte unter anderem Rechtsanwalt Markus Hartung, Direktor des Bucerius Center on the Legal Profession in Hamburg und Vorsitzender des Berufsrechtsausschusses des Deutschen Anwaltvereins. Zahlreiche Wirtschaftsanwälte aus Mitgliedskanzleien in ganz Europa nutzten darüber hinaus die Möglichkeit, sich in Fachausschusssitzungen und persönlichen Gesprächen über Trends und Neuerungen im Bereich des Wirtschaftsrechts grenzüberschreitend auszutauschen. Bestimmende Themen waren dabei unter anderem die Reform der Arbeitnehmerüberlassung, aktuelle Entwicklungen im GmbH-Recht, Neues zum Mindestlohn und rechtliche Besonderheiten beim Immobilienerwerb in verschiedenen Ländern. Abgerundet wurde die zweitägige Veranstaltung durch ein kulturelles Rahmenprogramm, das unter anderem eine Abendveranstaltung in der besonderen Atmosphäre des Stadions von Union Berlin an der Alten Försterei beinhaltete.

 

 


GESELLSCHAFTERVERSAMMLUNG HERBST 2015 IN KRAKAU

Regional verankert, europaweit vernetzt: So holen die bei „Advoselect“ organisierten Wirtschaftskanzleien aus ganz Europa gemeinsam mehr für ihre Mandanten heraus. Sie tauschen über Länder-grenzen hinweg Wissen zum aktuellen Wirtschaftsrecht in Europa aus, setzen gemeinsam europa-weite Standards für eine exzellente anwaltliche Beratung und vermitteln ihren international tätigen Mandanten wertvolle Kontakte zu deutschsprachigen Top-Kanzleien im Ausland.

Im Oktober sind die Advoselect Kanzleien wieder zusammen gekommen. Austragungsort des Gesellschaftertreffens war diesmal die polnische Wirtschaftsmetropole Krakau, Gastgeber war die Kanzlei Grela Mastela Walecki.

Eines der besprochenen Themen war die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung. Sie soll unter anderem den Umgang von Unternehmen mit  personenbezogenen Daten europaweit einheitlich regeln. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war ein Vortrag von Prof. der UJ Dr. hab. Krzysztof Oplustil, Lehrstuhl für die Wirtschaftspolitik, Jagellionen Universität, Krakau. Daneben wurden  weitere aktuelle Themen aus den Bereichen Gesellschafts-, Arbeits-, Insolvenz-, Immobilien- und Bau- recht sowie dem internationalen Rechtsverkehr diskutiert. Im Mittelpunkt stand zudem das Gastgeberland Polen mit seinen Besonderheiten in den angesprochenen Rechtsgebieten und im Gerichtswesen und der Anwaltsausbildung.